Wenn eine Walze die Welt dem Erdboden gleich macht

The Eternal Cylinder Title

Ein bunter, eigenartiger Planet mitten im Universum. Vollgefüllt mit den unterschiedlichsten Wesen und mitten drin die kleinen Trebhums. Alles hätte so idyllisch sein können, wenn da nicht das eine große Objekt aus dem Nichts erschienen wäre: Ein riesiger Zylinder. In horizontaler Position walzt und rollt dieser durch den Planeten und macht alles ausnahmslos dem Erdboden gleich.

Doch dahinter steckt noch viel mehr als eine einfache geometrische Form, die durch die Gegend rollt. Zum einen ist sie riesig und überspannt scheinbar den gesamten Planeten. Ausweichen nach links und rechts ist nicht möglich. Zum anderen wird unbarmherzig alles platt gemacht, was sich in den Weg stellt.

An dieser Stelle übernehmen wir die Rolle eines kleinen Wesens, eines Trebhums. Auf kleinen Beinchen sind wir auf der Flucht vor dem Eternal Cylinder oder auch dem Zylinder der Ewigkeit.

Zugegeben, anfangs habe ich mich gefragt, warum man dieses Spiel überhaupt spielen möchte. Der Titel überzeugt nicht und man fragt sich, warum es um einen Zylinder geht und wieso dieser „ewig“ ist. Das Logo des Titelbildes hat mich da schon eher angesprochen und ähnelte eigentlich eher einem JRPG á la Final Fantasy oder Star Ocean. Als ich das Spiel dann gestartet habe, wurde ich komplett überrascht.

Was sich anfangs vielleicht wie Spore 2.0 darstellt, wird sehr schnell zu einem Third Person Action-Adventure mit Jump ’n‘ Run Einlagen. Ebenso findet man hier kleine Dungeons mit Rätseln, die ein wenig an Zelda: Breath of the Wild erinnern. Doch fangen wir quasi ganz von vorne an:

The Eternal Cylinder - Key Art Cover
The Eternal Cylinder – Key Art Cover src: Good Shepherd Ent.

– Spielgeschehen – Worum geht es?

The Eternal Cylinder kann man schon als Action-Adventure bezeichnen. Man bewegt sich mit dem Trebhum durch die Welt und erkundet die Umgebung. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Open-World, sondern eher um eine in Abschnitte / Biome eingeteilte Open-World.

Dadurch das man sich ständig auf der Flucht vor der riesigen Walze befindet, kann man immer nur einen bestimmten Teil der Welt erkunden. Sobald man eine festgelegte Barriere überschreitet, bewegt sich der Zylinder weiter und wir müssen vor ihm den nächsten Haltepunkt erreichen. Großer Nachteil dabei: Alles, was sich hinter dem Zylinder befindet, lässt sich nicht mehr aufsuchen.

Das mag anfangs frustrierend sein, wird aber im Laufe des Spieles zweitrangig. Der festgelegte Bereich in dem man sich befindet, lässt sich zeitlos erkunden. Dort findet man kleine Rätsel-Dungeons, die mehr über die Geschichte der Trebhums freilegen oder auch weitere Trebhums, die man mittels Wärme-Pflanzen ausbrüten kann. So ist es möglich, die kleine Familie immer größer werden zu lassen.

Zwei mutierte Trebhums, im Hintergrund der Eternal Cylinder
Zwei mutierte Trebhums, im Hintergrund der Eternal Cylinder src: in-game screenshot

Darüber hinaus kann man jederzeit die Steuerung eines Trebhums übernehmen, die einen gerade begleiten. Doch die Umgebung ist auch von weiteren Aliens bevölkert, wovon einige es sich nicht nehmen lassen, unsere kleinen Wesen als Futter zu anzusehen und wenn man nicht aufpasst, dann ist auch schon ein Trebhum mit einem Haps aufgefuttert.

Keine Sorge: Im späteren Spielverlauf ist es möglich, die Familienmitglieder mittels einer kleinen Gegenleistung wiederzuholen. So ist niemand wirklich verloren. Doch unsere kleinen Wesen sind nicht hilflos: Je nachdem, was die Trebhums zu sich nehmen, kann es passieren, dass sie mutieren.

Dies schlägt sich nicht nur optisch nieder, sondern auch in den einzelnen Fähigkeiten wie z.B. Nachtsicht, höhere Sprungfähigkeit, schießen von Früchten, aufspüren von besonderen Objekten usw. Insgesamt ist es möglich bis zu 50 verschiedene Mutationen zu entdecken und jeder Trebhum kann eine andere oder mehrere Mutation haben.

So bildet sich in The Eternal Cylinder ein Genre-übergreifendes Spiel, das eine Mischung aus Open-World, Exploration, Survival und Action-Adventure darstellt. Umfasst wird das Ganze zusätzlich noch mit einem Storytelling, dass sehr leicht und trotzdem interessant sowie spannend daher kommt.

– Grafik und Sound – So sieht es aus

Visuell bietet das Spiel eine Vielfalt an Fantastereien. Die Alienwelt, in der die gesamte Geschichte stattfindet, ist bunt und abwechslungsreich. Von Abschnitt zu Abschnitt kann sich die Flora ändern. Mal sieht alles etwas herbstlich, mal sommerlich oder auch winterlich aus. Doch auch vulkangestein-ähnliche Territorien finden sich an. Alle Gebiete sind bevölkert mit weiteren Wesen, die ihresgleichen suchen.

Auch die Pflanzen, die sich natürlich über den ganzen Planeten hinweg wiederfinden, sind an sich sehr außergewöhnlich. Alles im Spiel wirkt anfangs wie eine großartige Welt voller Dinge, die man so noch nie gesehen hat. Sobald man das leise Gefühl bekommt, man hätte jetzt alles gesehen, führt die Story eine weitere Komponente ein, die nochmal ein Topping draufsetzt und manchmal zum ‚WTF?!?‘ führt.

Insgesamt, auch wenn sich dies von Biom zu Biom unterscheidet, ist die Welt, in der wir uns befinden bunt. Mal tauchen rote, mal grüne oder auch immer wieder in lila getauchte Umgebungen auf. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um einen Außerirdischen Planeten handelt. Was die Kreativität angeht, kann man sich schon freuen. Die hier dargebotenen Aliens alleine sind sehr sehenswert.

Besonders beeindruckend hierbei ist übrigens das, was durch die ganzen ungewöhnlichen Pflanzen und Wesen komplett in den Hintergrund rückt: Der Zylinder selbst bzw. das, was dieser anrichtet. Alles wird vom Zylinder plattgewalzt und zerstört. Sicherlich sieht man nicht, wie die Welt dahinter aussieht und während der Flucht vor der riesigen Walze achtet man nicht darauf, aber das Ökosystem des Planeten wird in Echtzeit zerstört. Die Zerstörungseffekte geschehen right on time.

Ein Trebhum, gejagt von einem Alien
Ein Trebhum, gejagt von einem Alien src: in-game Screenshot

Dabei wird nicht nur durch die Musik, sondern auch durch die krachenden Geräusche der zerberstenden Bäume oder Steine eine gefahrvolle Atmosphäre erzeugt. Insgesamt ist die Soundkulisse im Spiel recht gut gemacht. Wenn man nicht gerade vor dem großen, alten Urgetüm, dem Zylinder davon läuft, spielt im Hintergrund angenehme Synthiemusik.

Wer sich noch an das erste Unreal-Spiel erinnert, wird hier ganz klar ein paar Erinnerungen haben. Entspannte, rhythmische Synthies à la 90s, die auch ein bisschen an die Demoscene erinnern, sorgen dafür, dass man noch tiefer in die Alien-Welt eintaucht und im Prinzip alles noch fantastischer finden kann. Insgesamt klingen die Melodien sehr ambient-lastig, aber angenehm.

Untermalt werden die Melodien von Drums, die mal kräftig, mal leicht ausfallen und sich der jeweiligen Stimmung anpassen. Fast immer gibt es einen seichten String-Teppich oder auch mal Choir-Einwürfe, die das Gesamtbild der Klänge füllen.

Weitere Aliens, die den Planeten beölkern und jederzeit angreifen können
Weitere Aliens, die den Planeten bevölkern und jederzeit angreifen können src: in-game Screenshot

Die Sounds im Spiel sind abwechslungsreich und vielfältig. Im Prinzip hat jedes Alienwesen eigene Signature-Sounds. Die Umgebung wird ab und zu mit Hintergrundgeräuschen gefüllt, die zur Umgebung passen, wie z.B. rauschendes Wasser, sofern dies in der Nähe ist. Vermissen wird man auf jeden Fall nichts. Die gesamte Geräuschkulisse fühlt sich vollständig an.

– Gameplay – Wie spielt es sich denn so?

The Eternal Cylinder spielt sich grundsätzlich aus der Third-Person Perspektive. Entsprechend bietet sich hier die Steuerung via Controller an, die auch sehr gut unterstützt wird. Wie bereits erwähnt, übernimmt man die Kontrolle von einem oder mehreren Trebhums. Hat man mehr als eins, werden die anderen von der KI gesteuert. Allerdings kann man jederzeit wechseln.

Das Spiel führt den Spieler sehr lang und ausführlich in die Spielmechanik ein. Dabei hat man nicht unbedingt das Gefühl, sich in einem Tutorial zu befinden, da dies nahtlos in das Storytelling eingewoben wurde. Je weiter man sich in der Geschichte bewegt, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich. So passiert es auch nie, dass Fähigkeiten abverlangt werden, die man eventuell nicht oder verpasst hat.

Das klingt natürlich nach einem sehr einfachem Spiel, doch auch während des Verlaufs findet man immer wieder die eine oder andere Herausforderung. Diese sind zwar nicht allzu schwierig, aber für ein geschmeidiges Gameplay reicht es aus. Sagen wir es mal so: Für hartgesottene Souls-Fans, ist dieses Spiel gar keine Herausforderung.

The Eternal Cylinder himself, im Vordergrund zwei Trebhums
The Eternal Cylinder himself, im Vordergrund zwei Trebhums src: in-game Screenshot

Das möchte The Eternal Cylinder auch nicht. Hier wird eine Geschichte erzählt und passend dazu eine bunte, fantastische Welt geboten, in der man abschnittsweise in aller Ruhe Umgebung erkunden kann. Warum abschnittsweise? Der große Zylinder rollt unaufhörlich über die Welt. Doch ein paar Säulen sind in der Lage, diesen zumindest für einen gewissen Zeitraum aufzuhalten.

Dieser ist allerdings nicht an eine Zeit, sondern an ein Schutzschild gebunden. Überschreitet man dies, werden die Säulen gebrochen und man muss vor dem Zylinder fliehen, bis er wieder von weiteren Säulen aufgehalten wird. Da sich die große Walze unaufhörlich vorwärts bewegt, ist die Flucht nach hinten nicht möglich.

Jeder Abschnitt ist von der Umgebung her immer etwas anders, als der vorherige. Das sieht man nicht nur an den Pflanzen, die dort wachsen, sondern auch an den Aliens, die dort leben. In einigen Gebieten gibt es mehr Aliens von einer bestimmten Sorte, in anderen Gebieten tauchen andere Wesen auf, die man vielleicht zuvor noch nicht gesehen hat. Einige sind wohlgesonnen, andere trachten unseren Trebhums nach dem Leben.

Ein eher steiniges Biom
Ein eher steiniges Biom src in-game Screenshot

Um sich verteidigen oder die Umgebung erkunden zu können, müssen die Trebhums mutieren. Dies geschieht durch das verspeisen von unterschiedlichen Pflanzen oder Lebewesen, die entsprechend andere Effekte haben. Darunter gibt es auch kombinierbare Mutationen, wie bspw. verdeckte Spuren sehen und Trompetennase (zum verjagen von Gegnern). Insgesamt 50 Mutationen werden geboten.

Mit diesen müssen z.B. aktuelle Abschnitte bewältigt werden, weil die Umgebung unter anderem Herausforderungen bereithält, die nur mit bestimmten Fähigkeiten gemeistert werden können. Doch nicht nur die Umgebung bietet Schwierigkeiten, sondern auch die Trebhums selbst müssen am Leben gehalten werden.

The Eternal Cylinder bietet zusätzlich auch einen Survival-Aspekt. Unsere kleinen Tierchen müssen nämlich trinken und essen. Während Essen auch zur Energie und zur Kondition beiträgt, wird Flüssigkeit auch dazu benutzt, um Gegner zu verjagen oder zu besiegen. Da muss man natürlich abwägen, ob man sich dem Kampf hingibt oder lieber Flüssigkeit spart, um den Durst zu löschen.

Insgesamt bietet das Spiel eine Kombination aus unterschiedlichen Genres und erzählt gleichzeitig die Geschichte von kleinen Alienwesen, die ihre Geschichte entdecken und sich auf der Flucht vor dem großen Weltenzerstörer befinden, der unter jeden Umständen aufgehalten werden muss.

– Besonderheiten

The Eternal Cylinder vereint verschiedene Genres in sich. Darunter Action-Adventure Einlagen mit Sprungpassagen, Exploration, Teil Open-World und Storytelling.

Von Beginn an wird das Spiel von einer männlichen Erzählerstimme begleitet, die den Eindruck eines entspannten Spieles entstehen lässt und sämtlichen Stress und Druck nimmt. Man fühlt sich fast in ein Spiel für Kinder versetzt, wenn das Setting nicht wäre.

Apropos Setting: Die Umgebung ist bunt, einfallsreich und einfach fantastisch. Gleiches gilt für die Wesen, die diese Welt bevölkern. Der Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt worden zu sein. Bestimmt sieht jeder im Laufe des Spieles mindestens ein Wesen, dass man zuvor noch nie gesehen hat.

Die Protagonisten des Spiels, die Trebhums, können Fähigkeiten mittels Mutationen erlangen. Diese werden optisch und auditiv in Szene gesetzt und helfen beim erkunden, kämpfen und flüchten. Insgesamt gibt es bis zu 50 Mutationen. Diese lassen sich sogar mit bereits vorhandenen kombinieren.

– TLDR; Fazit

The Eternal Cylinder ist ein Action-Adventure mit Exploration, Open World und „RPG“-Elementen. Neben Sprungeinlagen in der Welt, durch die man sich frei bewegen kann, ist es möglich, die Umgebung frei zu erkunden. Kleine Rätsel-Dungeons erzählen die Geschichte der Trebhums, unterschiedliche Pflanzen lösen Mutationen aus und helfen beim Vorankommen.

Innerhalb der Welt findet man neue Weggefährten, Kristalle und auch Gegner sowie neue Fähigkeiten, die vielleicht dabei helfen, den großen Zylinder, der alles dem Erdboden gleich macht, aufzuhalten.

Begleitet wird das Spiel von einem Erzähler, der die Story in einem angenehmen Tonus weiter und weiter offenbart. Je weiter man in die Welt vorstößt, desto komplexer und auch interessanter wird das Gameplay.

Das Spiel bietet eine farbenfrohe Welt, in der sich die unterschiedlichsten Aliens herumtummeln und mindestens einmal ein ‚WTF?!‘ auslöst.

Begebt euch mit den Trebhums in eine fantastische Welt voller seltsamer Wesen, flieht vor dem großen, ewigen Zylinder, mutiert um zu überleben und findet einen Weg, die Welt oder zumindest eure Spezies zu retten.

– Links

Homepage: The Eternal Cylinder: https://www.eternalcylinder.com
Twitter: The Eternal Cylinder: https://twitter.com/EternalCylinder
Offizieller Trailer: The Eternal Cylinder: https://www.youtube.com/watch?v=jq7TvG0EIzc
Epic Games Store: The Eternal Cylinder: https://www.epicgames.com/store/de/p/the-eternal-cylinder
XBox Store: The Eternal Cylinder: https://www.xbox.com/de-DE/games/store/the-eternal-cylinder/9n4jcpgq5f8h (XBox One)
Playstation Store: The Eternal Cylinder: https://store.playstation.com/de-de/product/EP8909-CUSA13143_00-ENDLESSCYLINEU01/ (PS4)

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