GORN – Kämpfe um Dein Leben!

“Strecke Deine Hand in die Höhe und salutiere!”
Ich schaue aus der Arena nach oben. Dort sitzt ein kleiner, dicker, herrschsüchtiger Mann mit Lorbeeren auf dem Kopf und schaut grimmig drein. Um ihn herum riesige, körperlose Köpfe, die nach Unterhaltung lechzen. Ich strecke meine Fäuste in die Höhe und signalisiere meine Kampfbereitschaft.
Auf ins blutige VR-Arena-Vergnügen…

Wer bei GORN eine tiefgreifende Story erwartet, wird hier wohl leicht enttäuscht werden. Bei diesem Spiel handelt es sich um einen Gladiator-Prügler für diverse VR-Geräte. Keine Story. Nur ein Ziel: Sei der letzte Überlebende in der Arena (und unterhalte das Publikum). Werde der mächtigste Gladiator, der je gelebt hat.

Ein ganz normaler Tag in der Arena – src: presskit.com

GORN präsentiert sich in Borderlands-ähnlicher Comic-Gestalt. Dies ist wahrscheinlich auch der einzige Grund, warum das Spiel NICHT indiziert wurde. Der Gewalt-Faktor und das spritzende Blut, verlassen den Bereich jeglichen Realismus.
Doch gehen wir erst einmal einen Schritt zurück:

– Gameplay

GORN spielt sich ausnahmslos im VR-Modus. Das bedeutet ebenfalls, dass alle Spieler ohne VR in diesem Fall leer ausgehen müssen.
Die Steuerung ist im Vergleich zu anderen VR-Spielen, etwas ungewöhnlich. Man “krallt” sich quasi in der Welt fest und zieht sich in die gewünschte Richtung. Dabei ist lediglich die Vor- und Rückbewegung sowie das seitliche Strafen möglich. Wer sich also umdrehen möchte, macht dies gefälligst im RL, dreht sich also mit seinem Körper um. Hier wird dann auch deutlich, warum man mindestens eine Spielfläche von 2m x 2m benötigt, weil man sonst Pflanzen und Wände während des Spielens gnadenlos im Eigenheim vernichtet 😉
Weitere Steuerungen finden sich relativ schnell und intuitiv, zumindest für diejenigen, die nicht zum ersten Mal in der VR sind. Man greift nach Gegenständen per Knopfdruck und lässt sie ebenso wieder fallen, sobald der Knopf gelöst wird. Glücklicherweise ist es nicht notwendig, sich vollständig nach unten zu bücken, sollte man Gegenstände vom Boden aufheben wollen. Wer sich ohne Gegenstände zur Wehr setzen möchte, kann dies problemlos tun. Gespielt wird “wie im richtigen Leben”. Wer einen Kinnhaken mit der Steuerung vollführt, haut auch in GORN einen ordentlichen Uppercut unters Kinn, vorausgesetzt, man trifft auch. Generell gilt: Schwung mit der Steuerung zieht auch Schwung im Spiel nach sich.
Während der Arena-Kämpfe werden die Gegner von mal zu mal schwieriger. Entweder werden es mehr, die Rüstung ist besser oder die Gladiatoren kommen mit effektiveren Waffen auf einen zu. Wird man anfangs noch mit einem Baseball-Schläger ausgestattet, der mit Nägeln versehen ist, bekommt man relativ schnell auch einen Morgenstern und einen Schild, der sich pro Treffer abnutzt. Doch auch das erweist sich als nur kleine Herausforderung. Die Waffen der besiegten Gladiatoren bleiben liegen und können so, für den Eigengebrauch genutzt werden. Wer der Meinung ist, unbedingt in jeder Hand eine Waffe halten zu müssen, kann bedenkenlos zugreifen und fröhlich weiterschnetzeln. Apropos schnetzeln: Das Schadenssystem von GORN kann sich sehen lassen. Wenn auch die Gegner nicht unbedingt einen IQ von 200 aufweisen, so kann man ihnen erheblichen Schaden zufügen. Kraftvoll mit einem Morgenstern auf den ungeschützten Kopf geschlagen, kann es schon mal passieren, dass man leicht den Kopf verliert. Auch ein Kinnhaken ist in der Lage den Kiefer seines Gegenüber zu brechen. Selbst Arme oder Beine lassen sich im richtigen Winkel problemfrei vom Kontrahenten trennen. Als Dank dafür tränkt sich nicht nur der Boden, sondern auch die eigene Waffe in dunkles Rot. Der Gewaltgrad im Spiel ist absolut übertrieben und kann letztlich nur als Splatter-Trash-Ironie gesehen werden. Quasi ein riesiger Spaß für die Erwachsenen. 

Jap, da bleibt kein Teil mehr auf dem Anderen. src: presskit.com

– Glitched – Hier kann alles passieren


Durch die Tatsache, dass man in GORN den Gegnern so ziemlich alles antun kann was man möchte, ist auch entsprechend der Glitch-Faktor gegeben.
Da glitched schon mal der Kopf um 180 Grad oder der leblose Körper fliegt mit Schwung aus der Arena und ward nie mehr wieder gesehen. Ebenso kann man einem Gladiator am Ohr ziehen, mit dem Erfolg, das man hinterher den gesamten Kopf in der Hand hat…Oops! 😉 Es kann auch schon mal passieren, dass die ach so stabile Nagelkeule beim Schwingen eher einer Gummiattrappe gleicht, als einer gefährlichen Waffe. Glitch-sei-dank 😉 
So sehr man dies als Glitch-Fest betrachten kann, so sehr passt es irgendwie auch in die absurde Gladiator-Welt von GORN. Letztlich amüsiert man sich darüber, was eben gerade (un) beabsichtigt passiert ist.

Was für ein Durcheinander! Welches Teil gehört denn jetzt wem? – src: presskit.com


Falls einem die Schnetzel-Ideen ausgehen, wird eigentlich immer mal wieder für Waffen-Nachschub gesorgt. Angefangen bei einem einfachen Stein, über Schwerter und Lanzen, bis hin zu mittelalterlichen Schusswaffen und noch so einigen Überraschungen, ist eigentlich alles dabei was das Herz (verträgt)begehrt. 😉 
Das Spiel kommt allerdings nicht nur mit einem Herausforderungs-Modus daher, in dem es gilt, den Last-Man-Standing zu spielen und einen Boss-Gegner zu besiegen. Wer es gerne etwas individueller mag, kann sich bspw. den Gewaltgrad anpassen, die Größe auf Giant oder Tiny stellen so sein eigenes kleines Preset bauen. Praktisch. 

TLDR; Fazit

Wer sich also schon immer einmal in einer absurden und unnötig brutalen und blutigen Arena wiederfinden wollte, um den Gladiatoren mal zu zeigen, wo wirklich der Hammer hängt, der kann getrost zu diesem VR-Arena-Prügler im Comic-Look greifen und seiner Kreativität in Sachen vermöbeln freien Lauf lassen. Doch niemals vergessen: Hier haben Absurdität, Übertriebenheit, Spaß und Ironie höchste Prio! 
Also: AUF IN DEN KAMPF! Möge der Bessere gewinnen.

GORN ist hat seit dem 18.07.2019 den Early Access verlassen und ist nun in der Version 1.0 verfügbar. Das Spiel unterstützt Oculus Rift, HTC Vive, Windows Mixed Reality und Valve Index.

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