Nintendo goes F2p: Pokémon Shuffle – Dope or Nope

Normalerweise kann man davon ausgehen,
das Nintendo sich die Schritte sehr gut überlegt hat,
wenn es in eine neue Richtung schreitet.
Ob dies allerdings bei Pokémon Shuffle
tatsächlich der Fall ist, wird sich zeigen.

Das erste Free2Play-Spiel für den 3DS, ist,
wie man sich denken kann, im EShop kostenlos
als Download erhältlich.
Nachdem es bereits am 14.01.2015 angekündigt wurde,
ist es am 18.02.2015 erschienen.
Bereits am 02.03.2015 wurde Pokémon Shuffle
mehr als eine Million Mal heruntergeladen.
Sollte das Konzept von Nintendo etwa doch aufgehen?

Was ist Pokémon Shuffle überhaupt?
Das Spiel ist genau das, was der typische Casual-Gamer
von heute immer und immer wieder spielt: ein 3-Match-Game.
Die Entwicklung gibt Nintendo Recht.
Spiele wie Candy Crush Saga oder Puzzle & Dragons erfreuen sich
großer Beliebtheit. Sogar Disney hat zum Film Baymax seinen
eigenen Ableger für mobile Geräte veröffentlicht.
Bei Pokémon Shuffle geht es (wie zu erwarten) darum,
alle Pokémon zu fangen (Schnapp‘ sie Dir alle!).
Dies funktioniert, wie bereits erwähnt, im 3-Match-System:
Der obere Bildschirm zeigt das zu fangende Pokémon.
Im unteren Bildschirm sieht man das klassische 3-Match-Feld,
das gefüllt ist, mit den Pokémon, die einem zur Verfügung stehen.
Fügt man nun drei gleiche Pokémon in eine Reihe zusammen,
greift dieses an. Hierbei gilt zu beachten,
dass je nach Gegner und Element Vor- bzw. Nachteile auftreten können.
Ist die Energie des angreifende Pokémon auf null gesunken,
kann man es fangen. Als Belohnung für den Fang,
winken dem Spieler sogar Münzen.

Soweit, so gut.
Apropos Münzen:
Free2Play wäre nicht Free2Play,
wenn die ganze Sache nicht irgendwo einen Haken hätte.
Wie in jedem Free2Play Titel, der mir bekannt ist,
gibt es auch hier zwei Währungen. Zum Einen die Münzen,
die sich im Laufe des Spieles ergattern lassen,
zum Anderen die Klunkern, die man nur unter
bestimmten Umständen oder mit Geld bekommen kann.
Diese sind natürlich die wesentlich interessanteren.
Warum? Eigentlich ganz einfach:

Zu Beginn des Spieles hat man fünf Versuche,
um Pokémon zu fangen. Unabhängig davon,
ob dieser gelingt oder nicht, ist er nach dem Kampf aufgebraucht.
Neue Versuche gibt es entweder durch Warten,
wobei ein Versuch eine halbe Stunde und alle fünf Versuche
insgesamt 2,5 Stunden zum Aufladen benötigen.
Wem das Warten zu lange dauert, wird zur Kasse gebeten
und zwar zur Klunker-Kasse. Fünf Versuche kosten einen Klunker.
Dieser wird für 0,99 Euro verkauft. Wer bis zu zwölf davon im Spiel ausgibt,
bekommt 80 Freiversuche und liegt somit bei 11,88 Euro.
Der klassiche „Massenrabatt“ wird natürlich auch angeboten.
Für 47,99 Euro kann man 75 Klunker kaufen.
Immerhin eine Ersparnis von 26,26 Euro.
Dafür bekommt man aber auch seine 498 Versuche
((72 Klunker / 12 Klunker * 80 Versuche) + (18 Versuche (=3 Klunker))

Wer kein Geld ausgeben möchte, kann sich gelegentlich auch Klunker
im Spiel verdienen. Allerdings ist dies nur an bestimmten Stellen
möglich oder man nutzt Streetpass-Begegnungen mit anderen Spielern.

Aber Klunker haben natürlich nicht nur die Funktion Versuche zu erkaufen.
Mit Ihnen kann man auch Stufenaufstiege bewirken
oder sie ganz einfach gegen Münzen Tauschen.

Sicherlich lässt sich Pokémon Shuffle auch spielen,
ohne Geld auszugeben, aber das ist eben mit einem dementsprechend
langen Zeitraum verbunden. Eine Spielrunde oder ein Versuch dauert
im Schnitt ca. zwei Minuten. Das Ganze auf Fünf Versuche hochgerechnet
sind 10 Minuten. Ohne dabei seine eigenen Pokémon zu steigern
und zu verbessern, haben wir eine Wartezeit von 2,5 Stunden bis wir wieder
weiterspielen können. Und das verdienen von Klunkern per Streetpass
ist in meinen Augen fast witzlos, zumindest in unserem Land.
In einer Nintendo Hochburg wie eventuell Tokyo mag das anders aussehen,
aber ich persönlich sehe Leute eher durch die Straßen gehen,
die einen 3DS in der Hand haben.

Wer sich für Pokémon begeistern kann, für den ist Pokémon Shuffle
sicherlich ein schöner Zeitvertreib. Ob die Altersfreigabe allerdings
auf Grund des Free2Play Gedankes mit „ohne Altersfreigabe“ gerechtfertigt ist,
wage ich zu bezweifeln.
Wer, wie z.B. bei Candy Crush, genug Wartezeit besitzt,
für den ist es sicherlich eine gute Langzeitbeschäftigung,
die man ab und zu mal wieder anschaltet.
Ob Nintendo hier allerdings in die richtige Richtung geht,
Familienkonsolen und -handhelds mit Mikrotransaktion auszustatten,
würde ich an dieser Stelle bezweifeln wollen.

Was ist eure Meinung zu Nintendos ersten Free2Play Titel?
Ist die Alterseinstufung gerechtfertigt?
Lässt sich das Spiel auch gut kostenfrei spielen?
Ich bin gespannt auf eure Meinung.

-LeKris

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.